UA-137858317-1
Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Diese Webseite ist ein Teil des Versuchs, behinderte und nicht behinderte Menschen ein wenig dichter zusammenzubringen.  #inkluencer



Was gibt's Neues?

2020-05

In der Grundschule war ich "die Fette"- und das hat sich seitdem mal verbessert, mal verschlimmert. Die Geschichte dazu:

Die Sache mit dem Gewicht

        2020-04

        Drei Wochen zuhause bleiben zu müssen         treibt seltsame Blüten. Bei mir war es die,         das Aufräumen plötzlich ganz wichtig war -         und sogar Spaß machte:

        Räum dein Zimmer auf!

2020-03

Ich gehe wieder zur Fahrschule. Nur gut, dass ich die theoretische Prüfung nicht noch einmal machen muss, ich fiele wohl mit Pauken und Trompeten durch. Aber Handgas lernen muss ich. Dazu ein Bericht meiner ersten Fahrstunde

Gedanken zum Welttag der Menschen mit Behinderungen 2019

 

Was heißt für dich Inklusion? Ist es nur ein sperriges Wort, das wie ein schwarzer Schatten über uns allen schwebt, etwas völlig normales, für das es eigentlich keiner besonderen Bezeichnung bedürfte, ein Ideal im besten Sinne?

Für mich ist Inklusion ein "Wir" ohne Wenn und Aber. Ein Kreis aus absolut gleichwertigen Menschen, in dem jeder seine eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten verfolgen kann und darf. Nur ist dieses Verständnis in bisher noch recht wenigen Köpfen angekommen. In vielen Fällen müssen Menschen, die zum Beispiel - wie ich - einer besonderen Umgebung bedürfen, selbst auf ihre Notwendigkeiten achten. Und mindestens ebenso oft stoße ich auf Unverständnis, wenn ich zum Beispiel erwarte, dass die seit mittlerweile 11 Jahren gültigen Bestimmungen aus der UN - Behindertenrechtskonvention umgesetzt sind. Dazu eine kleine Geschichte:

Ich werde zu einem Seminar angemeldet und komme zwei Tage vor dessen Beginn auf die idee, zur Sicherheit mal anzufragen, ob der Veranstaltungsort barrierefrei ist und eine Behindertentoilette hat - was mir abschlägig beschieden wird. Hätte ich einfach am Morgen des Seminars zur rechten Zeit am dortigen Tresen gestranden und damit meinen Teil des Vertrages erfüllt, dann hätte ich unverrichteter Dinge wieder abziehen müssen. Ich habe also, für mein Verständnis, mehr getan, als ich müsste. Nun wurde ich eindringlich (man könnte auch sagen: mit erhobenem Zeigefinger) gebeten, nicht nur einen Ersatzteilnehmer für mich zu finden (Unterstrichen von "ob das so kurzfristig überhaupt geht") sondern auch, mich in Zukunft früher um die Barrierefreiheit eines Ortes zu kümmern.

Für mich ist diese kleine Geschichte beispielhaft. Inklusion, also gleiche Möglichkeiten für alle Menschen, ist noch immer Mangelware. Dabei geht es gar nicht um das Können sondern in vielen Fällen um das Wollen der Verantwortlichen, das im schlimmsten Fall sogar nur sehr notdürftig von angeblichen Sorgen verschleiert wird. Was ich damit meine? Schulen, die keine behinderten Kinder annehmen, weil "wir unsere Schüler kennen, die schrecken auch nicht vor tätlichen Übergriffen zurück", öffentliche Orte, die des Denkmalschutzes wegen alles andere als barrierefrei sind (wie man beides unter einen Hut bringen kann, wenn man will, zeigt das Bauhausmuseum in Dessau: ein Lastenaufzug durfte eingebaut werden, also werden Rollstuhlfahrer eben auch damit befördert), Menschen, die sich auf ein "Das geht doch bestimmt bald wieder, du musst nur abnehmen" zurückziehen.

Die Grenzen, die längst aufgeweicht sein sollen, werden in manchem Fall um so fester geschlossen.

Auf der anderen Seite wird (in vielen Fällen durchaus medienwirksam) dafür gesorgt, dass Behinderte am normalen Leben teilhaben können. In meiner Firma sehe ich zum Beispiel einem Umzug entgegen, der nur meinetwegen stattfindet.

Bisher war mein Büro im vierten Stock und nur über einen recht unzuverlässigen Aufzug zu erreichen. Auch eine Behindertentoilette gab es nicht. Demnächst ziehen wir ins Erdgeschoss und meine nur mit Fernbedienung von mir zu öffnende Toilette gleicht einem Ballsaal. Es gibt zwei Fluchtwege, deren Türen voll elektrifiziert und damit für mich problemlos gangbar sind. Ich bin sehr dankbar dafür, denn ansonsten hätte ich über kurz oder lang um Berentung wegen Arbeitsunfähigkeit bitten müssen.

Nicht, weil ich meinen Aufgaben nicht mehr nachkommen kann, sondern weil die Umgebung am Arbeitsplatz eben nicht mehr geht.

 

Wieso ist so vieles im Zusammenhang mit behinderten Menschen ein Problem, das für Gegenstände (so sie denn wertvoll genug sind) überhaupt nicht infrage gestellt wird? Wieso wird das NichtWollen so oft durch ein NichtKönnen verschleiert? Wieso kostet es so viel Energie, das zu bekommen, dessen man bedarf?

Behinderte Menschen und ihre direkten Familien bewegen sich jeden Tag oft schon mit dem pünktlichen Aufstehen aus ihrer Komfortzone. Als nächstes wird der Berg "Morgentoilette" abgetragen, die Wege zu Schule und Arbeit, das, was für einen nicht (sichbar) behinderten Menschen der normale Tagesablauf ist. Meine Normalität besteht aus -zig Millionen Umwegen, die viele gar nicht sehen. Und die vielfach nicht notwendig wären, gäben andere ihren Bequemlichkeiten weniger Raum.

Das geht zum Beispiel bei von nicht gehbehinderten Menschen belegten Behindertenparkplätzen los, über die Umstände für Nicht - Geher, spontan mit der Bahn zu fahren weiter, und hört bei den wunderbar historisch korrekten Pflasterungen mancher Innenstädte lang noch nicht auf.

Mein Appell: Schaut und denkt aus eurer kleinen privaten Welt heraus, lasst uns die wundervolle, bunte und granatenstarke Menschheit sein, die wir zu sein in der Lage sind. Setzt euch auch mal mit gesunden Beinen dem Experiment Rollstuhlfahren aus, erlebt, wie es ist, die ganze Welt aus halber Höhe zu betrachten. Aus meiner Perspektive.

Danke.

Cookie-Regelung

Diese Website verwendet Cookies, zum Speichern von Informationen auf Ihrem Computer.

Stimmen Sie dem zu?