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Diese Webseite ist ein Teil des Versuchs, behinderte und nicht behinderte Menschen ein wenig dichter zusammenzubringen.  #inkluencer



Was gibt's Neues?

2020-03

Ich gehe wieder zur Fahrschule. Nur gut, dass ich die theoretische Prüfung nicht noch einmal machen muss, ich fiele wohl mit Pauken und Trompeten durch. Aber Handgas lernen muss ich. Dazu ein Bericht meiner ersten Fahrstunde

2020-02

Ich kann nicht mehr "normal" Auto fahren, weil meine Beine streiken. Also muss geprüft werden, ob ein Fahrzeugumbau ausreicht, oder ob ich den Führerschein abgeben muss. Ein Teil des Weges ist hier das Verkehrsmedizinische Gutachten

        2020-01

        Der Jahresrückblick auf mein 2019 fällt         nicht sonderlich positiv aus ... aber seht         selbst.

Arztpraxis zu, also kein Rezept. Und die Medikamente, die mir eigentlich gegen meine Spastiken helfen sollen, gehen zur Neige, sind irgendwann ganz aufgebraucht. Also recherchiere ich im großen weiten Netz, ob es vielleicht eine natürliche Alternative finden kann.

Von Sativex, einem mittels Respirator eizunehmenden medizinisch wirksamen THC habe ich schon gehört. Dieses ist in Deutschland seit 2011 erhältlich und wird gerade für MS – Patienten empfohlen. Ich habe es für mich abgeschrieben, weil ich damit nicht mehr Auto fahren dürfte. Außerdem fällt es unter das Betäubungsmittelgesetz und damit für mich komplett durchs Raster. Und es müsste auch verschrieben werden – das ist es ja, was gerade nicht geht.

Aber gibt es da nicht eine frei verkäufliche Lösung meines Spastikproblems, die nur den medizinischen und nicht den psychoaktiven Wirkstoff nutzt?

Ich stoße auf CBD, Cannabidiol, und CBG, Cannabigerol. Beides sind Extrakte aus der Hanfpflanze, die (so in der Wikipedia zu lesen) kaum (CBD) oder überhaupt nicht (CBG) psychoaktiv sind, aber mit entzündungshemmenden, Übelkeit vermindernden, angstlösenden und *Bingo* entkrampfenden Eigenschaften aufwarten. Am Einfachsten zu dosieren ist wohl das Öl, daher bestelle ich mir ein Fläschchen mit 10 ml CBG zum Ausprobieren, das zwei Tage später wohlbehalten eintrifft.

Ich bin sehr gespannt, ob ich die Wirkung ziemlich direkt oder erst nach einiger Zeit merken werde, ist doch überall zu lesen, dass CBG bei manchen Menschen einen Spiegel aufbauen muss, damit es eine merkbare Wirkung entfaltet.

Hoffentlich verlerne ich nicht wieder, länger (also so eine halbe Minute) frei zu stehen.

Auf jeden Fall schmeckt das Öl richtig gut, was aber durchaus daran liegen kann, dass ich geröstete Hanfsamen oberlecker finde.

Erster Bericht sieben Stunden nach Einnahme der ersten vier Tropfen:
Keine Zappelei (ich habe unmotiviertes Muskelzucken im rechten Bein. Wenn es zur Hochform aufläuft alle 13 – 20 Sekunden um etwa 10 cm, schwächer sind es dann „nur“ Kontraktionen im selben Zeitabstand. Das kann sich stundenlang hinziehen) und nur eine Spastik, die aber weitaus zarter als die bisherigen. Und ich kann seit Wochen wieder die Sonne sehen. Auch in der Nacht. Es fühlt sich an, als wäre ich endlich aus einem tiefschwarzen Schatten getreten.

Ob das am Öl oder an meiner Erwartung liegt, kann ich nicht sagen. Ich beobachte weiter.

Eine Woche später: Ich bin begeistert! CBG übererfüllt selbst meine kühnsten Hoffnungen. Ich konnte mein muskelentspannendes Medikament nahezu komplett absetzen, von drei Tabletten pro Tag auf eine alle zwei Tage. Und ich blühe auf! Ich kann locker vom auf die niedrigste Stufe gestellten Bett (Kantenhöhe etwa 45 cm) aufstehen und mich im Bett wieder drehen. Wenn ich neben meinem Mann im Auto sitze, falle ich ihm nicht mehr bei jeder schärferen Kurve auf den Schoß. Ich habe einen MAO – Hemmer eingenommen, damit meine Welt ein wenig heller ist – den habe ich mittlerweile komplett abgesetzt und bin trotzdem besser gelaunt als in den letzten Wochen. Einziger Nachteil bisher: Mein Innenleben muss sich erst an das Öl gewöhnen, ich entwickelte in den ersten Tagen einen soliden Durchfall.

Zehn Tage nach erster Einnahme: Ich komme allein ins Bett, kann mich so bewegen, dass mein Mann nicht wach wird, wenn ich nachts raus muss. Aufstehen und setzen klappt kontrollierter, ich falle nicht mehr auf den Rollstuhl oder das Bett. Allgemein bessert sich so ziemlich alles. Der Durchfall ist weg, ich denke nicht mehr im Geringsten über diesen Hub-Drehsitz fürs Auto nach.

 

Dreizehn Tage: das erste Fläschchen ist leer. Ich habe blöderweise vergessen, rechtzeitig Nachschub zu besorgen, also werde ich jetzt wohl wieder zu den Klassikern übergehen.

Sechzehn Tage: Es sieht so aus, als habe sich ein Spiegel aufgebaut. Zwar habe ich wieder häufigere und heftigere Spastiken, aber die weiteren Errungenschaften sind bisher geblieben. Bis dahin, dass mir Auto fahren wieder leichter fällt.

Ich freu mich so!

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